Deine Paradenseite im Internet

Love Parade

Die Technoparade in Duisburg

Love Parade in Duisburg - hier alle Infos! Geschichte

Es war einmal die größte deutsche Technoparade. Nach einer Hand voll Hippies im Jahre 1989 pilgerten 2000 bald 1,5 Mio. Raver nach Berlin, um ausgelassen unter der Siegessäule zu feiern. Verstopfte Bahnhöfe, spacige Kostüme in den prächtigsten Farben, schrille Trillerpfeifen und laut wummernde Bässe prägten das Stadtbild. Die Love Parade avancierte zur Vorzeigeveranstaltung der Hauptstadt und expandierte schnell in die ganze Welt.

Keine 4 Jahre später war alles vorbei. Nachdem die Parade nicht mehr als politische Demonstration genehmigt worden war und somit für alle anfallenden Kosten (wie Straßenreinigung und Eventabsicherung) selbst aufkommen musste, geriet das Finanzierungskonzept ins Wanken. Im April 2004 kam dann die unfassbare Pressemitteilung: Die Love Parade wurde abgesagt.

Was aber wäre ein derartiges Major Event ohne die Hoffnung auf eine Fortsetzung? Schon früh hatte man sich daher Paradentermine bis 2006 genehmigen lassen und so glaubten noch einige an eine Wiederauferstehung im Jahr 2005. Doch am 21. April wieder dasselbe Spiel. Nach dem Absprung Samsungs und T-Mobiles als Hauptsponsoren fehlten Veranstalter Planetcom wieder einige hunderttausend Euro. Es folgte die zweite Absage.

Am 07.12.05 dann das vorläufige Todesurteil: Die Planetcom als veranstaltende Gesellschaft und 100%ige Tochter der Love Parade GmbH hat Insolvenz angemeldet. Vorläufig deswegen, weil diese keinen Monat später schon wieder durch die Finanzspritze des neuen Hauptsponsors McFit aufgehoben wurde. Und so verkündete man auf der Pressekonferenz am 21.02.06 stolz, die Parade finde statt. Die Kosten in Höhe von 3 Mio. Euro trage McFit.

Im Sommer 2006 sollte die erste McFit-Parade dann ihr Können beweisen und versagte. Die langweiligen Trucks waren uniform und fassten nur rund 40 Personen. Zu hören waren ausschließlich seichte Technoklänge, Trucks mit Hardtechno scheiterten am undurchsichtigen Onlinevoting. Zusätzlich zu den abgegebenen Stimmen der Paradenbesucher gingen Stimmen des Love-Parade-Komitees in das Ergebnis mit ein. Konkrete Zahlen wurden nie veröffentlicht, langjährige Truckbetreiber waren sauer, boykottierten das Event.

Ganz nach alter Tradition gab es am 21. Februar 2007 eine erneute Pressekonferenz, dieses Mal mit fatalem Ergebnis. Rainer Schaller, mittlerweile Geschäftsführer von McFit und der Love Parade GmbH, zeigte Berlin die kalte Schulter und sagte die Parade in der Hauptstadt ab. Seine Begründung: Ihm fehle die Genehmigung vom Senat und damit die nötige Planungssicherheit. Der Konter des Senats ging postwendend durch die Presse: "Die Genehmigung wurde noch nie so früh erteilt."

Seit diesem Tag irrten die Veranstalter der Love Parade auf der Suche nach einem neuen Austragungsort heimatlos durch Europa. 60 europäische Städte mit Einzugsgebieten von über 500.000 Menschen wurden angeschrieben, darunter auch einige deutsche. Die rasche Erfolgsbilanz: Absagen von Köln, Kassel und Stuttgart.

Am 21.06. gab Rainer Schaller auf einer erneuten Pressekonferenz in Essen bekannt, die Parade werde nun am 25. August dort stattfinden. Man habe sich mit der metropoleruhr GmbH geeinigt, für insgesamt 5 Jahre im Ruhrgebiet zu bleiben. 2008 sei Dortmund an der Reihe, dann Bochum, Duisburg und Gelsenkirchen. Die Love Parade solle in Essen von der Schützenbahn über die Karolingerstr. in die Friedrich-Ebert-Str. zum Berliner Platz führen. Bereits ab Donnerstag wolle man in regionalen Clubs das "Love Weekend" zelebrieren.

Eine jedoch blieb bei der Entwicklung der Love Parade auf der Strecke: die Reincarnation in Hannover. Diese sollte ebenfalls am 25. August stattfinden und hatte den Termin bereits seit einem Dreivierteljahr angekündigt. Das kümmerte die Love Parade herzlich wenig, sie wählte denselben Tag aus und versetzte der Reincarnation damit den Todesstoß. Am 25.05. wurde sie endgültig abgesagt. Die Sponsoren beider Paraden seien sich zu ähnlich, die Reincarnation unfinanzierbar.

Die Love Parade 2007 in Essen ist laut Veranstalter mit 1,7 Mio. Besuchern die größte in ihrer Geschichte gewesen. Später sollte sich jedoch herausstellen, dass diese Zahlen nur ein Marketinggag waren, ebenso wie die 1,3 Mio. im Jahr 2008 in Dortmund.

2009 gab es Knatsch in der 5-Jahres-Planung der Parade. Die Stadt Bochum sah sich nicht in der Lage, derartige Menschenmassen zu koordinieren. Der Bochumer Bahnhof und das Afterrave-Gelände seien zu klein, die möglichen Strecken zu eng gewesen. Die Stadt machte das einzig Richtige und sagte die Love Parade aus Sicherheitsgründen ab.

Niedergang

Ein Jahr später sollte diese Entscheidung noch einmal dramatisch in Erinnerung gerufen werden. Es war das Schicksalsjahr der Love Parade, der Super-GAU. Im Gegensatz zu Bochum entschied sich das kaum größere Duisburg, die Love Parade gegen alle Widerstände durchzuboxen und traf eine weitere fatale Fehlentscheidung: Die Parade sollte, völlig unüblich für solcherlei Events, auf einem eingezäunten Gelände, dem ehemaligen Duisburger Hauptbahnhof, stattfinden.

Großspurig kündigte die Love Parade an, man wolle mit den Besucherzahlen an Essen und Dortmund anknüpfen, doch schon damals, im Frühjahr 2010 maßen wir von RaveSite.de Luftbilder nach und fanden auf dem ausgesuchten Gelände nur Platz für max. 200.000 Personen. Wo sollten all die anderen feiern? Die Zugänze zum Gelände waren eng, der hinführende Tunnel keinesfalls für solche Größenordnungen ausgelegt.

Doch es blieb dabei. Duisburg und die Love Parade zogen ihr Vorhaben durch. Am 24.07.2010 um 14:00 Uhr begann die Parade am Güterbahnhof. Die 13 Trucks fuhren traurig im Kreis und vor den Einlasstoren bildeten sich lange Schlangen. Alle wollten rein, wenige schafften es. Später ging durch die Presse, vom gebuchten Sicherheitspersonal war nur die Hälfte zum Dienst erschienen.

Als Veranstalter Rainer Schaller gegen Nachmittag vor der Presse verkündete, die Parade sei ein voller Erfolg und es seien 1,3 Mio. Leute angereist, fragten sich viele Beobachter, wo diese Massen wohl feststecken würden. Auf dem Gelände jedenfalls waren sie nicht zu sehen. Wie auch, bei dem wenigen Platz? Zu diesem Moment ahnte noch niemand, welche Tragödie sich nur kurze Zeit später ereignen sollte.

Kurz nach 17:00 Uhr kam Unruhe auf. Da der Tunnel am Ende des Geländes gleichzeitig Zugang und Ausgang war, trafen hier mittlerweile tausende Raver aufeinander. Das Fassungsvermögen des Tunnels war erschöpft, Menschen kollabierten, hatten Mühe zu atmen. Panik brach aus. In Todesangst kletterten viele an einer Rettungsleiter und einer Plakatwand hoch, um dem Martyrium zu entrinnen, doch sie stürzten ab. 22 unschuldige Menschen starben an diesem Nachmittag in Folge ihrer schweren Sturzverletzungen. Weitere 500 junge Leute wurden verwundet, erlitten zum Teil schlimmste Quetschungen.

Einen Tag später verkündete Veranstalter Schaller auf einer Pressekonferenz das endgültige Aus der Love Parade nach 19 Jahren.

Aktuelles

Fast ein Jahr nach der grausamen Tragödie schieben sich Veranstalter, Stadtverwaltung und Polizei immer noch gegenseitig die Schuld zu. Niemand möchte die Verantwortung für das Geschehene übernehmen. Aktuell (April 2011) wird nicht mehr gegen den Veranstalter ermittelt. Es sei jedoch zu klären, ob die Polizei unerlaubterweise eine Absperrung geöffnet und damit zu viele Raver in den Tunnel gelassen habe, und welche Schuld die Stadt Duisburg treffe. Ein Ende der Ermittlungen ist noch völlig offen.

Den Opfer der Katastrophe wurde mittlerweile ein Mahnmal in der Nähe des Tunnels errichtet. 258 von ihnen reichten Schadensersatzklagen ein, einige in sechsstelliger Höhe. Ein Opfer verlor sogar seinen Job, weil die seelische Belastung zu groß wurde.

Auf dem Gelände des Güterbahnhofs soll in den nächsten Jahren ein Möbelmarkt entstehen.

Unterdessen sprachen sich namhafte DJs dafür aus, die Rechte an der Marke Love Parade freizugeben und das Event zurück nach Berlin zu holen, wo es keine sinnlose Absperrung gebe. Mit einer Neuauflage solle dann der Opfer von Duisburg gedacht werden.

Weitere Technoparaden

Aktuelle Paraden

1000000 Street Parade
300000 Technoparade
150000 City Parade
7000 Beat Parade
2000 Dorfmove
1600 Dorfparade
500 Börde Move

Vergangene Paraden

1300000 Love Parade
600000 Budapest Parade
500000 Dance Parade
300000 Lake Parade
60000 Freedom Parade
60000 Future Parade
50000 Reincarnation
50000 Vision Parade
30000 G-Move
5000 Job Parade
5000 Music Parade
2500 Friends Parade
1500 Street Move Trappenkamp
1000 Street Move Weiden
500 Rahlstedt Move
300 eParade
0 Move Reloaded
0 B-Parade

Absteigend nach Besucherzahl sortiert.